Mitalternde Wohnung | Wie das Smart Home Senioren unterstützt

Mitalternde Wohnung | Wie das Smart Home Senioren unterstützt

Eine alternde Gesellschaft stellt nicht nur die Angehörigen vor Herausforderungen, sondern erfordert mitunter auch eine Anpassung der Wohnung an die Bedürfnisse von älteren Mitbewohnern. Barrierefreiheit ist derzeit in aller Munde und wird bei Neubauten von seniorengerechten Wohnungen stets mitberücksichtigt. Aber auch eine mitalternde Wohnung könnte eine interessante Alternative sein, um den Alltag für Ältere zu erleichtern.

 

Bauliche Veränderungen sind oftmals teuer

Zu den bekanntesten wohnbaulichen Anpassungen gehören neben ebenerdigen Duschen auch Treppenlifte sowie weitere barrierefreie Veränderungen, die sich nicht immer in der angestammten Wohnung realisieren lassen. Daher wird oftmals ein Umzug in eine altersgerecht eingerichtete Wohnung ins Auge gefasst. Jedoch fällt es vielen älteren Menschen schwer, das angestammte Zuhause zu verlassen und noch einmal in eine neue Umgebung zu ziehen. Umfragen ergaben, dass eine deutliche Mehrheit von Rentnern so lange wie irgend möglich in den eigenen vier Wänden bleiben möchte – und das auch im Falle von Betreuungs- und Pflegebedürftigkeit. Dabei können altersgerechte Assistenzsysteme den Alltag von älteren Menschen sehr erleichtern.

 

 Die mitalternde Wohnung als Lösungen?

Der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften hat daher in einer Studie die Bedürfnisse seiner älteren Mitglieder untersucht und daraus ein zukunftsweisendes Konzept abgeleitet. Die „Mitalternde Wohnung“, so nennt der Verband sein Konzept, dass auf altersbedingte Bedürfnisse eingeht und diese in einem Wohnumfeld mit baulichen und technischen Lösungen adressiert.

Die weitreichenden Funktionen eines Smart Homes können seniorengerechtes Wohnen durch eine mitalternde Wohnung unterstützen, ohne umfassende bauliche Veränderungen vornehmen zu müssen, wie die nachfolgende Grafik darstellt:

Alterbedingte Herausforderungen in einem Smart Home

Alterbedingte Herausforderungen in einem Smart Home

Anwendungsfelder des Smart Home bei Senioren

Ähnlich wie bei der generellen Einteilung von Smart Home Technologien, können auch die Anforderungen von älteren Leuten in vier Segmente unterteilt werden, die jeweils spezifische smarte Lösungen bieten:

  • Gesundheit

Der Bereich Gesundheit umfasst körperliche Anforderungen und versucht, einem verminderten körperlichen und geistigen Wohlergehen entgegenzuwirken. Sämtliche Maßnahmen sind dabei auf die Person des Mieters ausgerichtet und umfassen mitunter einen automatisierten Kontakt zu externen Dienstleistern wie der Notrufzentrale oder dem behandelnden Arzt.

  • Sicherheit

Das Segment Sicherheit verfolgt das Ziel, Risiken und Gefahren durch technische Lösungen zu minimieren oder komplett auszuschließen. Dazu können z.B. automatisierte Erinnerungen an das Schließen von Türen und Fenstern gehören.

  • Komfort

Im Bereich Komfort sind sämtliche Maßnahmen angesiedelt, die durch technisch automatisierte Prozesse das Wohngefühl verbessern und die Bewohner bei ihrer täglichen Routine so unterstützen, dass Arbeit abgenommen und die Behaglichkeit gesteigert wird. Erzielt wird dies durch vernetzte Geräte und eine zentrale Prozesssteuerung.

  • Freizeit

Neben den alltäglichen Abläufen eines Bewohners gibt es weitere Anforderungen, die sich aus der persönlichen Freizeitgestaltung ergeben. Auch diese Anforderungen lassen sich durch smarte Technologien einfacher gestalten, indem z.B. Freizeitangebote koordiniert und organisiert werden. Hierzu kann auch auf die Hilde externer Dienstleister, wie etwa der Caritas, zurückgegriffen werden.

 

Je nachdem, welches System hierzu verwendet wird, können die technischen Lösungen modular an die Anforderungen angepasst werden, sodass die Kosten der Einrichtung sich über einen längeren Zeitraum verteilen lassen. Bei genossenschaftlichen Wohnungen lohnt es sich aber eher, direkt den vollen Funktionsumfang zu verbauen, da verschiedene Mieter auch verschiedene Anforderungen haben. Für Alters- und Pflegeheime ergeben sich ebenfalls interessante Optionen zur Kostenreduktion und Automatisierung von Prozessen.

 

Das Smart Home für die alternde Gesellschaft

Eine voll ausgestaltete smarte Wohnung kann Mieter durch eine auf NFC-Basis realisierte automatische Türöffnung – wie z.B. angoboten von KIWI – oder eine Klingel mit optischen Signalgebern unterstützen. Durch das Messen von Temperatur, Luftfeuchtigkeit kann auch die Heizungssteuerung automatisiert werden. Automatische Abschaltsysteme für den Herd oder den Wasserzulauf der Badewanne können im Notfall Schäden vermeiden und ein Rauchmelder im Ernstfall direkt die Feuerwehr verständigen. Mittels Vitalüberwachung kann zudem der Arzt direkt auf Patientendaten zugreifen und bei Bedarf schneller eingreifen.