Mit DECT ULE das Smart Home über die Telefonfrequenz vernetzen

Seitdem Schnurtelefone Geschichte sind und drahtlose Telefone sich im Festnetzbereich durchgesetzt haben, ist auch der von ihnen genutzt Funkstandard DECT weit verbreitet. DECT steht für „Digital Enhanced Cordless Telecommunications“, was so viel wie „erweiterte digitale kabellose Telekommunikation“ bedeutet. Nun wird dieser Standard in der abgewandelter Form DECT ULE auch im Bereich des Smart Home verwendet. Die Entwicklung betreut die ULE Alliance. Dieser Artikel stellt Aspekte, sowie Vor- und Nachteile dieses Funkstandards für Sie zusammen.

 

DECT ULE logo

Das Logo zu DECT ULE (Quelle: ulealliance.org)

 

1. Worin unterscheidet sich DECT ULE von DECT?

Der Zusatz ULE steht für Ultra Low Energy und weist auf den besonders geringen Energieverbrauch hin, der die Kommunikation ermöglicht. Ein geringer Energieverbrauch ist im Smart Home Bereich sehr wichtig, da Smart Home Geräte in der Regel flexibel eingesetzt und nicht mit dem Stromnetz verbunden sind. Je geringe daher der Energieverbrauch, desto länger halten die Batterien oder Akkus der Geräte. Der ULE Standard wurde 2011 speziell für die Nutzung im Smart Home entwickelt und kann mit nur 250 mW die volle Sendeleistung bereitstellen.

2. Warum sollte ich DECT ULE nutzen?

DECT ULE setzt, wie andere Funkstandards auch, auf einen geringen Energieverbrauch, ist jedoch durch die Nutzung bei Festnetztelefonen vielen Leuten bereits ein Begriff. Falls Sie zu Hause IP-Telefonie über einen WLAN Rooter nutzen, können Sie diesen unter Umständen als Gateway für Ihre auf DECT ULE basierenden Smart Home Geräte nutzen. Der deutsche Hersteller AVM hat bereits einige seiner FRITZ!Box-Rooter mit ULE Funktion ausgestattet und angekündigt, die Funktion für ältere Rooter per Software-Update nachzuliefern. Dadurch sparen Sie sich teure Neuanschaffungen.
Ein weiterer Vorteil von DECT ULE liegt darin, dass für die Kommunikation via DECT auf diesem Standard ein eigener Frequenzbereich vorgesehen ist. Dieser liegt zwischen 1.880 bis 1.900 MHz und bleibt daher von Störungen durch andere Funkgeräte verschont. Das sorgt für eine konstant gute Übertragungsqualität und eine geringere Fehleranfälligkeit.

 

3. Die Entwicklung von DECT ULE ist unabhängig

Die meisten Funkprotokolle im Smart Home Bereich wurden von Herstellern für bestimmte Geräte entwickelt, welche sie auch nur für ihre Geräte benutzten. Die Entwicklung von DECT wird aber von der European Telecommunications Standards Institute (kurz ETSI) betrieben. Das ETSI ist eine gemeinnützige europäische Institution und kann somit unabhängig von Interessen und Finanzen der Herstellerunternehmen agieren. Ihr Funkprotokoll DECT ULE ist offen und darf von jedem Hersteller genutzt werden. Daher ist es durchaus denkbar, dass sich in Zukunft im Zuge einer Konsolidierung der vielzähligen Funkformate letztendlich ein offenes Format durchsetzen könnte.

 

4. Fazit

Der DECT ULE Standard bietet gleich mehrere Vorteile: Zum einen kann er als herstellerunabhängiger und offener Standard von allen Herstellern genutzt werden, zum anderen baut er auf bereits in vielen Haushalten vorhandener Technik auf. Dies reduziert die Investitionskosten, da nicht extra ein Gateway angeschafft werden muss. Oftmals kann bereits der heimische WLAN Rooter als DECT ULE Basisstation genutzt werden. Darüber hinaus bietet das Funksignal eine gute Signalqualität, da es eine eigens dafür reservierte Funkfrequenz nutzt.